Revision [849df15]
Letzte Änderung am 2021-08-05 13:34:10 durch holland2
ADDITIONS
Die Grundstruktur eines auf evolutionären Algorithmen basierenden Rechenmodells erfüllt durch das Vorhandensein von Steuerbefehlen die Definition eines von § 69a Abs. 1 UrhG erfassten Computerprogramms. Ebenso kann zumindest die programmierte Grundstruktur dieses Rechenmodells genau wie bei neuronalen Netzen auch das Erfordernis der eigenen geistigen Schöpfung erfüllen.<sup><a href="#fn1">[482]</a></sup> Die in Folge der Anwendung des Rechenverfahrens gewonnen Ergebnisse – also die eigentlich zur Problemlösung vorgesehene Programmierung rund um den Ziel-Algorithmus – ist jedoch vom Urheberrechtschutz ausgeschlossen, da diese in Ermangelung eines menschlich steuernden Beitrags das Erfordernis der geistigen Schöpfung verfehlt.<sup><a href="#fn1">[483]</a></sup>
<div id="fn1">[480] <I>Kruse et al</I>, in: Kruse/Borgelt/Braune/Klawonn/Moewes/Steinbrecher Computational Intelligence, S. 157; Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 210 ff.
<div id="fn1">[486] <I>Ohst</I>, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 199.
DELETIONS
Die Grundstruktur eines auf evolutionären Algorithmen basierenden Rechen-modells erfüllt durch das Vorhandensein von Steuerbefehlen die Definition eines von § 69a Abs. 1 UrhG erfassten Computerprogramms. Ebenso kann zumindest die programmierte Grundstruktur dieses Rechenmodells genau wie bei neuronalen Netzen auch das Erfordernis der eigenen geistigen Schöpfung erfüllen.<sup><a href="#fn1">[482]</a></sup> Die in Folge der Anwendung des Rechenverfahrens gewonnen Ergebnisse – also die eigentlich zur Problemlösung vorgesehene Programmierung rund um den Ziel-Algorithmus – ist jedoch vom Urheberrechtschutz ausgeschlossen, da diese in Ermangelung eines menschlich steuernden Beitrags das Erfordernis der geistigen Schöpfung verfehlt.<sup><a href="#fn1">[483]</a></sup>
<div id="fn1">[480] Kruse et al, in: Kruse/Borgelt/Braune/Klawonn/Moewes/Steinbrecher Computational Intelligence, S. 157; Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 210 ff.
<div id="fn1">[486] Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 199.
Revision [bc4e44a]
Bearbeitet am 2021-07-13 17:44:41 von Frederike.Mohr
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[Zu C.II. Der Schutz von Künstlicher Intelligenz nach dem Patentrecht](https://npr.hs-schmalkalden.de/CategoryII.DerSchutzvonKünstlicherIntelligentnachdemPatentrecht)

Revision [0024e7c]
Bearbeitet am 2020-11-23 22:17:35 von legal98
ADDITIONS
Neben lernfähigen künstlichen neuronalen Netzen existieren noch weitere Rechenmodelle, die zum Fachgebiet der Künstlichen Intelligenz gezählt werden.

Evolutionäre Algorithmen stellen eine weitere Möglichkeit des maschinellen Lernens dar.<sup><a href="#fn1">[479]</a></sup> Innerhalb dieses Optimierungsverfahrens werden nach dem Vorbild der biologischen Evolution geltende Evolutionsprinzipien simuliert, um anhand von beispielsweise Mutation und Selektion der zur Verfügung stehenden Lösungskandidaten einen bestmöglichen Ziel-Algorithmus zur Lösung eines Optimierungsproblems zu finden.<sup><a href="#fn1">[480]</a></sup>

Das Besondere bei Künstlicher Intelligenz, die auf Evolutionsalgorithmen basiert, besteht darin, dass der später zur Problemlösung eingesetzte Ziel-Algorithmus nicht durch einen menschlichen Programmierer festgelegt wurde. Stattdessen hat sich dieser ohne menschliche Steuerung infolge einer mittels mathematischer Funktionen simulierten Evolution aus einem ursprünglich vom Programmierer kodierten Start-Algorithmus „entwickelt“.<sup><a href="#fn1">[481]</a></sup>

Die Grundstruktur eines auf evolutionären Algorithmen basierenden Rechen-modells erfüllt durch das Vorhandensein von Steuerbefehlen die Definition eines von § 69a Abs. 1 UrhG erfassten Computerprogramms. Ebenso kann zumindest die programmierte Grundstruktur dieses Rechenmodells genau wie bei neuronalen Netzen auch das Erfordernis der eigenen geistigen Schöpfung erfüllen.<sup><a href="#fn1">[482]</a></sup> Die in Folge der Anwendung des Rechenverfahrens gewonnen Ergebnisse – also die eigentlich zur Problemlösung vorgesehene Programmierung rund um den Ziel-Algorithmus – ist jedoch vom Urheberrechtschutz ausgeschlossen, da diese in Ermangelung eines menschlich steuernden Beitrags das Erfordernis der geistigen Schöpfung verfehlt.<sup><a href="#fn1">[483]</a></sup>

## b.) Expertensysteme

Als Expertensystem werden schlussfolgerungsfähige Programme bezeichnet, die über Fachwissen in einem bestimmten Fachgebiet verfügen und diesbezügliche Ratschläge erteilen können.<sup><a href="#fn1">[484]</a></sup> Expertensysteme sind im Gegensatz zu neuronalen Netzen und Evolutionsalgorithmen jedoch nicht lernfähig, sondern beschränken sich auf die Verarbeitung der in das System eingegebenen Informationen.<sup><a href="#fn1">[485]</a></sup> Der datenverarbeitende Teil des Expertensystems ist als Computerprogramm im Sinne von § 69a Abs. 1 UrhG zu qualifizieren.<sup><a href="#fn1">[486]</a></sup> Darüber hinaus kann die Programmierung dieses Teils grundsätzlich auch die Voraussetzung der eigenen geistigen Schöpfung gemäß § 69a Abs. 3 UrhG erfüllen.<sup><a href="#fn1">[487]</a></sup> Der das Fachwissen abspeichernde Teil des Expertensystems kann als Datenbank gemäß § 87a Abs. 1 UrhG sowie als Datenbankwerk gemäß § 4 UrhG urheberrechtlich geschützt werden.<sup><a href="#fn1">[488]</a></sup>

**Fußnoten**

<div id="fn1">[479] Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 209.
<div id="fn1">[480] Kruse et al, in: Kruse/Borgelt/Braune/Klawonn/Moewes/Steinbrecher Computational Intelligence, S. 157; Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 210 ff.
<div id="fn1">[481] Kruse et al, in: Kruse/Borgelt/Braune/Klawonn/Moewes/Steinbrecher Computational Intelligence, S. 163 ff; Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 210 ff.
<div id="fn1">[482] Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 212.
<div id="fn1">[483] Papastefanou, Genetic Breeding Algorithms als Form des „Machine Learnings“ im Urheber- und Patentrecht, CR 2019, 209, 213.
<div id="fn1">[484] Melullis, Zur Patentfähigkeit von Programmen für Datenverarbeitungsanlagen, GRUR 1998, 843, 847; Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 198 f.
<div id="fn1">[485] Melullis, Zur Patentfähigkeit von Programmen für Datenverarbeitungsanlagen, GRUR 1998, 843, 847; Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 198 f.
<div id="fn1">[486] Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 199.
<div id="fn1">[487] Koch/Schnupp, Expertensysteme als Gegenstand von Entwicklungsverträgen und Schutzrechten (III), CR 1989, 975, 976; Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 199.
<div id="fn1">[488] Ohst, in: Ohst Computerprogramm und Datenbank, S. 199.
DELETIONS
## b.) Expertensysteme
Revision [ba6c567]
Bearbeitet am 2020-11-13 09:56:42 von Frederike.Mohr
ADDITIONS
# 3. Schutzfähigkeit sonstiger Künstlicher Intelligenz

## a.) Evolutionäre Algorithmen

## b.) Expertensysteme
DELETIONS
Schutzfähigkeit sonstiger Künstlicher Intelligenz
Revision [85584e0]
Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde von Frederike.Mohr am 2020-11-12 16:24:27 erstellt
ADDITIONS
Schutzfähigkeit sonstiger Künstlicher Intelligenz