Revision [24211f4]
Letzte Änderung am 2020-02-13 23:58:15 durch Oksana Neopagitova
ADDITIONS
### Fall: Lieferung an den Käufer des Käufers

_BGH NJW 1973, 141; 1982 2371/2372; 1986, 1166; 1999, 425;_

**A. Sachverhalt**
V schließt mit K einen Kaufvertrag über einen Spezialdrucker. K als Händler veräußert den Drucker sogleich an den Betreiber einer Großdruckerei D weiter. Anschließend bittet K den V, die Maschine direkt an D zu liefern. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wird D insolvent. V, der den Kaufpreis für das gelieferte Gerät noch nicht erhalten hat, verlangt Herausgabe des Druckers nach [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) unter Berufung darauf, dass weder zwischen ihm und K noch zwischen K und D eine Besitzübergabe stattgefunden hat, so dass eine Eigentumsübertragung nach [**§ 929 S. 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) nicht denkbar ist.

**B. Frage**
Hat V Recht - kann er Herausgabe des Druckers verlangen?

**C. Lösung**
Vgl. [Baumstruktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0-0&root=1144)

V hat Anspruch gem. [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html), wenn er Eigentümer der Sache ist (übrige Voraussetzungen sind unproblematisch). Ursprünglich war er laut Sachverhalt Eigentümer. Er könnte jedoch durch die Lieferung an D das Eigentum verloren haben. Eine direkte Eigentumsübertragung an D kommt nicht in Betracht, weil V dem D gegenüber nicht verpflichtet war, Eigentum an der Sache zu verschaffen. Deshalb ist zu prüfen, ob das Eigentum erst auf K und dann auf D übergegangen ist.

>>**1. Eigentumsübertragung auf K gem. [§ 929 S. 1 BGB](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html)**

>>>**a. Einigung**
>>>Ein Eigentumserwerb setzt voraus, dass eine dingliche Einigung erfolgt ist. Diese muss nach den allgemeinen Regeln über Abschluss von Verträgen erfolgen.
>>>>* Angebot = Aufforderung des K, an D zu liefern = Eigentumserwerbswille geäußert (+)
>>>>* Annahme = durch Auslieferung an D = konkludent Eigentumsübertragungswille geäußert (+)
>>>>* Annahmefähigkeit (+)
>>>>* Übereinstimmung (+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Übergabe ist zwar ein tatsächlicher Vorgang, allerdings können in diesem Vorgang nach h. M. einige Elemente identifiziert werden, die einzeln für sich zu prüfen sind - insbesondere in einem solchen Fall, wie diesem...

>>>>(1) Besitzerwerb durch Erwerber?
>>>>K selbst hat die Sache nicht in Empfang genommen.
>>>>Dafür aber seine Geheißperson - der D. Zwischen K und D besteht kein besitzrechtliches Verhältnis, die Anweisung des K, an D zu liefern, reicht allerdings nach Auffassung des BGH für die Annahme einer Übergabe aus.
>>>>(+)

>>>>(2) auf Veranlassung des Veräußerers?
>>>>Für die Übergabe i. S. d. [**§ 929 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) ist erforderlich, dass der Veräußerer die Begründung des Besitzes bei einer anderen Person veranlasst hat. In diesem Fall hat V es veranlasst (+)

>>>>(3) keine Besitzrechtliche Position mehr beim V (+)

>>>>(4) in Erfüllung der Einigung (+)
>>>>(wäre nicht gegeben, wenn sich Einigung auf zeitweise Überlassung bezog oder Eigentumsvorbehalt vereinbart wurde)

>>>**c. "Einigsein" bei Übergabe (+)**
>>>In diesem Fall war bei Übergabe noch nicht davon die Rede, dass V eine Veräußerung nicht wollte.

>>>**d. Berechtigung (+)**

>>>**e. Zwischenergebnis**
>>>V hat das Eigentum an K verloren.

>>**2. Ergebnis**
>>Da V nicht mehr Eigentümer ist, kann er [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) nicht mehr geltend machen

>> _**Hilfsweise:**_
>>**3. Hat D das Eigentum am Drucker erworben?**
>>Hilfsweise kann noch geprüft werden, ob in diesem Fall D das Eigentum erlangt hat (so dass auch nicht K sondern er Eigentümer der Sache ist, und die Sache damit in die Insolvenzmasse fällt).
>>Auch in diesem Fall ist zu prüfen, ob sich Veräußerer (hier: K) und Erwerber (D) geeinigt haben, ob eine Übergabe erfolgt ist.

>>>**a. Einigung**
>>>V als Bote des K überbrachte dem D das Angebot, Eigentumsübertragung vorzunehmen.
>>>Durch Empfang der Maschine hat D es angenommen.
>>>Gemäß den allgemeinen rechtsgeschäftlichen Regeln ist eine dingliche Einigung auch ohne Beteiligung des Veräußerers (K) möglich.
>>>(+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Der Erwerber hat Besitz erlangt.
>>>Das einzige Problem ist, ob dies auf Veranlassung des Veräußerers erfolgte. Dies wird aber vom BGH bejaht. V war zwar in keinerlei besitzrechtlicher Beziehung mit K, jedoch handelte er "auf Geheiß" des K.
>>>Da K sonst kein Besitz mehr an der Sache - Übergabe
>>>(+)

>>>**c. Einigsein und Berechtigung**
>>>(+)

>>>**d. Ergebnis zur Hilfsfrage**
>>>D ist Eigentümer des Druckers geworden.
DELETIONS
### Fall: Lieferung an den Käufer des Käufers
_BGH NJW 1973, 141; 1982 2371/2372; 1986, 1166; 1999, 425;_
**A. Sachverhalt**
V schließt mit K einen Kaufvertrag über einen Spezialdrucker. K als Händler veräußert den Drucker sogleich an den Betreiber einer Großdruckerei D weiter. Anschließend bittet K den V, die Maschine direkt an D zu liefern. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wird D insolvent. V, der den Kaufpreis für das gelieferte Gerät noch nicht erhalten hat, verlangt Herausgabe des Druckers nach [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) unter Berufung darauf, dass weder zwischen ihm und K noch zwischen K und D eine Besitzübergabe stattgefunden hat, so dass eine Eigentumsübertragung nach [**§ 929 S. 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) nicht denkbar ist.
**B. Frage**
Hat V Recht - kann er Herausgabe des Druckers verlangen?
**C. Lösung**
Vgl. [Baumstruktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0-0&root=1144)
V hat Anspruch gem. [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html), wenn er Eigentümer der Sache ist (übrige Voraussetzungen sind unproblematisch). Ursprünglich war er laut Sachverhalt Eigentümer. Er könnte jedoch durch die Lieferung an D das Eigentum verloren haben. Eine direkte Eigentumsübertragung an D kommt nicht in Betracht, weil V dem D gegenüber nicht verpflichtet war, Eigentum an der Sache zu verschaffen. Deshalb ist zu prüfen, ob das Eigentum erst auf K und dann auf D übergegangen ist.

>>**1. Eigentumsübertragung auf K gem. [§ 929 S. 1 BGB](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html)**

>>>**a. Einigung**
>>>Ein Eigentumserwerb setzt voraus, dass eine dingliche Einigung erfolgt ist. Diese muss nach den allgemeinen Regeln über Abschluss von Verträgen erfolgen.
>>>>* Angebot = Aufforderung des K, an D zu liefern = Eigentumserwerbswille geäußert (+)
>>>>* Annahme = durch Auslieferung an D = konkludent Eigentumsübertragungswille geäußert (+)
>>>>* Annahmefähigkeit (+)
>>>>* Übereinstimmung (+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Übergabe ist zwar ein tatsächlicher Vorgang, allerdings können in diesem Vorgang nach h. M. einige Elemente identifiziert werden, die einzeln für sich zu prüfen sind - insbesondere in einem solchen Fall, wie diesem...

>>>>(1) Besitzerwerb durch Erwerber?
>>>>K selbst hat die Sache nicht in Empfang genommen.
>>>>Dafür aber seine Geheißperson - der D. Zwischen K und D besteht kein besitzrechtliches Verhältnis, die Anweisung des K, an D zu liefern, reicht allerdings nach Auffassung des BGH für die Annahme einer Übergabe aus.
>>>>(+)

>>>>(2) auf Veranlassung des Veräußerers?
>>>>Für die Übergabe i. S. d. [**§ 929 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) ist erforderlich, dass der Veräußerer die Begründung des Besitzes bei einer anderen Person veranlasst hat. In diesem Fall hat V es veranlasst (+)

>>>>(3) keine Besitzrechtliche Position mehr beim V (+)

>>>>(4) in Erfüllung der Einigung (+)
>>>>(wäre nicht gegeben, wenn sich Einigung auf zeitweise Überlassung bezog oder Eigentumsvorbehalt vereinbart wurde)

>>>**c. "Einigsein" bei Übergabe (+)**
>>>In diesem Fall war bei Übergabe noch nicht davon die Rede, dass V eine Veräußerung nicht wollte.

>>>**d. Berechtigung (+)**

>>>**e. Zwischenergebnis**
>>>V hat das Eigentum an K verloren.

>>**2. Ergebnis**
>>Da V nicht mehr Eigentümer ist, kann er [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) nicht mehr geltend machen

>> _**Hilfsweise:**_
>>**3. Hat D das Eigentum am Drucker erworben?**
>>Hilfsweise kann noch geprüft werden, ob in diesem Fall D das Eigentum erlangt hat (so dass auch nicht K sondern er Eigentümer der Sache ist, und die Sache damit in die Insolvenzmasse fällt).
>>Auch in diesem Fall ist zu prüfen, ob sich Veräußerer (hier: K) und Erwerber (D) geeinigt haben, ob eine Übergabe erfolgt ist.

>>>**a. Einigung**
>>>V als Bote des K überbrachte dem D das Angebot, Eigentumsübertragung vorzunehmen.
>>>Durch Empfang der Maschine hat D es angenommen.
>>>Gemäß den allgemeinen rechtsgeschäftlichen Regeln ist eine dingliche Einigung auch ohne Beteiligung des Veräußerers (K) möglich.
>>>(+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Der Erwerber hat Besitz erlangt.
>>>Das einzige Problem ist, ob dies auf Veranlassung des Veräußerers erfolgte. Dies wird aber vom BGH bejaht. V war zwar in keinerlei besitzrechtlicher Beziehung mit K, jedoch handelte er "auf Geheiß" des K.
>>>Da K sonst kein Besitz mehr an der Sache - Übergabe
>>>(+)

>>>**c. Einigsein und Berechtigung**
>>>(+)
>>>**d. Ergebnis zur Hilfsfrage**
>>>D ist Eigentümer des Druckers geworden.
***
CategoryWIPR3Faelle
Revision [69f81a4]
Bearbeitet am 2017-10-03 11:57:35 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
Vgl. [Baumstruktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0-0&root=1144)
V hat Anspruch gem. [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html), wenn er Eigentümer der Sache ist (übrige Voraussetzungen sind unproblematisch). Ursprünglich war er laut Sachverhalt Eigentümer. Er könnte jedoch durch die Lieferung an D das Eigentum verloren haben. Eine direkte Eigentumsübertragung an D kommt nicht in Betracht, weil V dem D gegenüber nicht verpflichtet war, Eigentum an der Sache zu verschaffen. Deshalb ist zu prüfen, ob das Eigentum erst auf K und dann auf D übergegangen ist.

>>**1. Eigentumsübertragung auf K gem. [§ 929 S. 1 BGB](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html)**

>>>**a. Einigung**
>>>Ein Eigentumserwerb setzt voraus, dass eine dingliche Einigung erfolgt ist. Diese muss nach den allgemeinen Regeln über Abschluss von Verträgen erfolgen.
>>>>* Angebot = Aufforderung des K, an D zu liefern = Eigentumserwerbswille geäußert (+)
>>>>* Annahme = durch Auslieferung an D = konkludent Eigentumsübertragungswille geäußert (+)
>>>>* Annahmefähigkeit (+)
>>>>* Übereinstimmung (+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Übergabe ist zwar ein tatsächlicher Vorgang, allerdings können in diesem Vorgang nach h. M. einige Elemente identifiziert werden, die einzeln für sich zu prüfen sind - insbesondere in einem solchen Fall, wie diesem...

>>>>(1) Besitzerwerb durch Erwerber?
>>>>K selbst hat die Sache nicht in Empfang genommen.
>>>>Dafür aber seine Geheißperson - der D. Zwischen K und D besteht kein besitzrechtliches Verhältnis, die Anweisung des K, an D zu liefern, reicht allerdings nach Auffassung des BGH für die Annahme einer Übergabe aus.
>>>>(+)

>>>>(2) auf Veranlassung des Veräußerers?
>>>>Für die Übergabe i. S. d. [**§ 929 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) ist erforderlich, dass der Veräußerer die Begründung des Besitzes bei einer anderen Person veranlasst hat. In diesem Fall hat V es veranlasst (+)

>>>>(3) keine Besitzrechtliche Position mehr beim V (+)

>>>>(4) in Erfüllung der Einigung (+)
>>>>(wäre nicht gegeben, wenn sich Einigung auf zeitweise Überlassung bezog oder Eigentumsvorbehalt vereinbart wurde)

>>>**c. "Einigsein" bei Übergabe (+)**
>>>In diesem Fall war bei Übergabe noch nicht davon die Rede, dass V eine Veräußerung nicht wollte.

>>>**d. Berechtigung (+)**

>>>**e. Zwischenergebnis**
>>>V hat das Eigentum an K verloren.

>>**2. Ergebnis**
>>Da V nicht mehr Eigentümer ist, kann er [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) nicht mehr geltend machen

>> _**Hilfsweise:**_
>>**3. Hat D das Eigentum am Drucker erworben?**
>>Hilfsweise kann noch geprüft werden, ob in diesem Fall D das Eigentum erlangt hat (so dass auch nicht K sondern er Eigentümer der Sache ist, und die Sache damit in die Insolvenzmasse fällt).
>>Auch in diesem Fall ist zu prüfen, ob sich Veräußerer (hier: K) und Erwerber (D) geeinigt haben, ob eine Übergabe erfolgt ist.

>>>**a. Einigung**
>>>V als Bote des K überbrachte dem D das Angebot, Eigentumsübertragung vorzunehmen.
>>>Durch Empfang der Maschine hat D es angenommen.
>>>Gemäß den allgemeinen rechtsgeschäftlichen Regeln ist eine dingliche Einigung auch ohne Beteiligung des Veräußerers (K) möglich.
>>>(+)

>>>**b. Übergabe**
>>>Der Erwerber hat Besitz erlangt.
>>>Das einzige Problem ist, ob dies auf Veranlassung des Veräußerers erfolgte. Dies wird aber vom BGH bejaht. V war zwar in keinerlei besitzrechtlicher Beziehung mit K, jedoch handelte er "auf Geheiß" des K.
>>>Da K sonst kein Besitz mehr an der Sache - Übergabe
>>>(+)

>>>**c. Einigsein und Berechtigung**
>>>(+)
>>>**d. Ergebnis zur Hilfsfrage**
>>>D ist Eigentümer des Druckers geworden.
DELETIONS
Vgl. [Baumstruktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0-0&root=1144)
V hat Anspruch aus [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html), wenn er Eigentümer der Sache ist (übrige Voraussetzungen sind unproblematisch). Ursprünglich war er laut Sachverhalt Eigentümer. Er könnte jedoch durch die Lieferung an D das Eigentum verloren haben. Eine direkte Eigentumsübertragung an D kommt nicht in Betracht, weil V dem D gegenüber nicht verpflichtet war, Eigentum an der Sache zu verschaffen.
**1. Eigentumsübertragung an K gem. [§ 929 S. 1 BGB](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html)**
**a. Einigung**
* Angebot = Aufforderung des K, an D zu liefern = Eigentumserwerbswille geäußert
* Annahme = durch Auslieferung an D = konkludent Eigentumsübertragungswille geäußert
**b. Übergabe**
* Besitzerwerb beim Erwerber?
K selbst hat die Sache nicht in Empfang genommen.
Dafür aber seine Geheißperson - der D. Zwischen K und D besteht kein besitzrechtliches Verhältnis, die Anweisung an D zu liefern reicht für die Annahme einer Übergabe aus.
(+)
* auf Veranlassung des Veräußerers?
V hat es veranlasst (+)
* keine Besitzrechtliche Position mehr beim V (+)
**c. "Einigsein" bei Übergabe (+)**
**d. Berechtigung (+)**
**Zwischenergebnis**: V hat das Eigentum an K verloren.
**Ergebnis**: Da V nicht mehr Eigentümer ist, kann er [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) nicht mehr geltend machen
Hilfsweise:
**2. Hat D auch Eigentum erworben?**
**a. Einigung**
V als Bote des K überbrachte dem D das Angebot, Eigentumsübertragung vorzunehmen.
Durch Empfang der Maschine hat D es angenommen.
**b. Übergabe**
Erwerber hat Besitz erlangt.
Auf Veranlassung des Veräußerers? - ja, V war zwar in keinerlei besitzrechtlicher Beziehung mit K, jedoch handelte er "auf Geheiß" des K.
Da K sonst kein Besitz mehr an der Sache - Übergabe (+)
**c. Einigsein und Berechtigung (+)**
Revision [9da4758]
Bearbeitet am 2012-05-21 10:07:10 von ChristianeUri
ADDITIONS
V schließt mit K einen Kaufvertrag über einen Spezialdrucker. K als Händler veräußert den Drucker sogleich an den Betreiber einer Großdruckerei D weiter. Anschließend bittet K den V, die Maschine direkt an D zu liefern. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wird D insolvent. V, der den Kaufpreis für das gelieferte Gerät noch nicht erhalten hat, verlangt Herausgabe des Druckers nach [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) unter Berufung darauf, dass weder zwischen ihm und K noch zwischen K und D eine Besitzübergabe stattgefunden hat, so dass eine Eigentumsübertragung nach [**§ 929 S. 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html) nicht denkbar ist.
**1. Eigentumsübertragung an K gem. [§ 929 S. 1 BGB](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__929.html)**
CategoryWIPR3Faelle
DELETIONS
V schließt mit K einen Kaufvertrag über einen Spezialdrucker. K als Händler veräußert den Drucker sogleich an den Betreiber einer Großdruckerei D weiter. Anschließend bittet K den V, die Maschine direkt an D zu liefern. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wird D insolvent. V, der den Kaufpreis für das gelieferte Gerät noch nicht erhalten hat, verlangt Herausgabe des Druckers nach [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) unter Berufung darauf, dass weder zwischen ihm und K noch zwischen K und D eine Besitzübergabe stattgefunden hat, so dass eine Eigentumsübertragung nach § 929 S. 1 BGB nicht denkbar ist.
**1. Eigentumsübertragung an K gem. § 929 S. 1 BGB**
CategoryFallsammlungWIPR
Revision [b89c67f]
Bearbeitet am 2009-10-04 21:29:22 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
_BGH NJW 1973, 141; 1982 2371/2372; 1986, 1166; 1999, 425;_
DELETIONS
_BGH NJW 1973, 141; 1982 2371/2372; 1986, 1166; 1999, 425; - Sachverhalt noch ermitteln_
Revision [35b271a]
Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde von WojciechLisiewicz am 2009-09-15 11:58:04 erstellt
ADDITIONS
### Fall: Lieferung an den Käufer des Käufers
_BGH NJW 1973, 141; 1982 2371/2372; 1986, 1166; 1999, 425; - Sachverhalt noch ermitteln_
**A. Sachverhalt**
V schließt mit K einen Kaufvertrag über einen Spezialdrucker. K als Händler veräußert den Drucker sogleich an den Betreiber einer Großdruckerei D weiter. Anschließend bittet K den V, die Maschine direkt an D zu liefern. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wird D insolvent. V, der den Kaufpreis für das gelieferte Gerät noch nicht erhalten hat, verlangt Herausgabe des Druckers nach [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) unter Berufung darauf, dass weder zwischen ihm und K noch zwischen K und D eine Besitzübergabe stattgefunden hat, so dass eine Eigentumsübertragung nach § 929 S. 1 BGB nicht denkbar ist.
**B. Frage**
Hat V Recht - kann er Herausgabe des Druckers verlangen?
**C. Lösung**
Vgl. [Baumstruktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0-0&root=1144)
V hat Anspruch aus [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html), wenn er Eigentümer der Sache ist (übrige Voraussetzungen sind unproblematisch). Ursprünglich war er laut Sachverhalt Eigentümer. Er könnte jedoch durch die Lieferung an D das Eigentum verloren haben. Eine direkte Eigentumsübertragung an D kommt nicht in Betracht, weil V dem D gegenüber nicht verpflichtet war, Eigentum an der Sache zu verschaffen.
**1. Eigentumsübertragung an K gem. § 929 S. 1 BGB**
**a. Einigung**
* Angebot = Aufforderung des K, an D zu liefern = Eigentumserwerbswille geäußert
* Annahme = durch Auslieferung an D = konkludent Eigentumsübertragungswille geäußert
**b. Übergabe**
* Besitzerwerb beim Erwerber?
K selbst hat die Sache nicht in Empfang genommen.
Dafür aber seine Geheißperson - der D. Zwischen K und D besteht kein besitzrechtliches Verhältnis, die Anweisung an D zu liefern reicht für die Annahme einer Übergabe aus.
(+)
* auf Veranlassung des Veräußerers?
V hat es veranlasst (+)
* keine Besitzrechtliche Position mehr beim V (+)
**c. "Einigsein" bei Übergabe (+)**
**d. Berechtigung (+)**
**Zwischenergebnis**: V hat das Eigentum an K verloren.
**Ergebnis**: Da V nicht mehr Eigentümer ist, kann er [**§ 985 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__985.html) nicht mehr geltend machen
Hilfsweise:
**2. Hat D auch Eigentum erworben?**
**a. Einigung**
V als Bote des K überbrachte dem D das Angebot, Eigentumsübertragung vorzunehmen.
Durch Empfang der Maschine hat D es angenommen.
**b. Übergabe**
Erwerber hat Besitz erlangt.
Auf Veranlassung des Veräußerers? - ja, V war zwar in keinerlei besitzrechtlicher Beziehung mit K, jedoch handelte er "auf Geheiß" des K.
Da K sonst kein Besitz mehr an der Sache - Übergabe (+)
**c. Einigsein und Berechtigung (+)**
***
CategoryFallsammlungWIPR