Revision [44b58f7]
Letzte Änderung am 2020-06-25 11:59:26 durch Oksana Neopagitova
ADDITIONS
#### **Fall: Trierer Weinversteigerung**
DELETIONS
### Fall: Trierer Weinversteigerung
Revision [d85caf3]
Bearbeitet am 2020-02-12 16:34:32 von Oksana Neopagitova
ADDITIONS
### Fall: Trierer Weinversteigerung

_Nach Isay, Die Willenserklärung im Tatbestande des Rechtsgeschäfts, 1899._

**A. Sachverhalt**
Der Ahnungslos (A) besucht aus reiner Neugier eine Weinversteigerung. Als er den Bekannten (B) sieht, winkt er ihm zu. A erhält daraufhin den Zuschlag für eine Kiste Champagner für 1200 EUR.

**B. Frage**
Kann das Auktionshaus von A Zahlung des Kaufpreises verlangen?

**C. Lösungsskizze**
Zum Hauptproblem vgl. auch folgende [Struktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0&root=1006).

Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und **wirksam** ist.

>>**1. Vertragsschluss**
>>Die Parteien könnten einen Vertrag durch Angebot und Annahme geschlossen haben. Dafür ist erforderlich, dass eine der Parteien ein Angebot abgegeben, die andere dieses innerhalb der Bindungsfrist angenommen hat und beide Erklärungen (Angebot und Annahme) inhaltlich übereinstimmen.

>>>**a. Angebot**
>>>Das Angebot liegt in Form des vom Auktionators ausgerufenen Preises vor.

>>>**b. Winken des A als Annahme?**
>>>Dadurch, das A in der Auktion gewunken hat könnte er ein (An)Gebot abgegeben haben, das durch den Auktionator mit Zuschlag angenommen werden könnte. Ein Angebot ist
>>>>* eine Willenserklärung,
>>>>* die vom Inhalt her ein Antrag (Angebot) im Sinne des [**§ 145 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html) darstellt,
>>>>* ordnungsgemäß abgegeben wurde,
>>>>* dem Adressaten - ohne zwischenzeitlich widerrufen worden zu sein - zugegangen ist.

>>>Es stellt sich hier die Frage, ob das Winken zum Bekannten als eine Erklärung in der Auktion gewertet werden kann. Es ist eine Willenserklärung, wenn durch das Winken sowohl der äußere wie auch der innere Tatbestand der Willenserklärung verwirklicht ist.

>>>>* äußerer Tatbestand - nach dem objektiven Empfängerhorizont
>>>>>* Verhalten auf Erklärung gerichtet? - ein Winken kann ein Zeichen für Vieles sein (+)
>>>>>* auf Rechtsfolge gerichtet? insbesondere in der Auktion von Bedeutung - hier objektiv (+)
>>>>>* Rechtsbindungswille? nach dem objektiven Empfängerhorizont ist das Winken in der Auktion erfolgt, in der Sachen verkauft werden (+) - also keine unverbindlichen Sachverhalte
>>>>Insgesamt: äußerer Tatbestand (+)

>>>>* innerer Tatbestand
>>>>>* Handlungswille? - das Winken erfolgte freiwillig, gewollt (+)
>>>>>* Erklärungsbewusstsein? - aber nicht in jedem Fall als Voraussetzung zu werten! - TB der Willenserklärung nur dann **<span style="text-decoration:underline;">nicht</span>** erfüllt, wenn
>>>>>>* Erklärungsbewusstsein fehlt
>>>>>>* und! dies nicht infolge Fahrlässigkeit verkannt wurde
>>>>>>Hier hätte A grundsätzlich erkennen können, dass er mit dem Winken eine rechtserhebliche Erklärung abgibt (auch wenn es etwas Fallfrage bleibt - je nach Ausgestaltung kann es durchaus anders sein, z. B. wenn A unverschuldet und unbewusst in eine Auktion geraten ist);
>>>>>>Also: Erklärungsbewusstsein (+) (weil fahrlässig verkannt)
>>>>>* keine Willensvorbehalte (+)
>>>**c. Zwischenergebnis**
>>>Zuschlag als Erklärung (+)

>>>**d. Annahmefähigkeit und Übereinstimmung**
>>>Zuschlag erfolgte in der Auktion, in der das Winken seine Folgen entfaltet. Übereinstimmung ist auch gegeben. (+)

>>**2. Inhalt**
>>Unproblematisch Kaufvertrag gegeben (+)

>>**3. Wirksamkeit**
>>Die einzige rechtliche Möglichkeit des A ist Anfechtung des zustande gekommenen Vertrages nach [**§ 119 Abs 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html). Diese könnte gem. [**§ 142 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__142.html) zur Folge haben, dass der Vertrag mit Wirkung _ex tunc_ als unwirksam anzusehen ist.

>>Da A über die Bedeutung seines Verhaltens im Irrtum war, kann Anfechtung erfolgen. Sofern A das Gestaltungsrecht nach [**§ 143 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__143.html) ausübt, ist der Vertrag unwirksam. Deshalb kann es auch keinen Anspruch auf Erfüllung des Vertrages geben.

>>A muss allerdings mit Schadensersatzforderungen nach [**§ 122 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__122.html) rechnen, sofern durch sein Verhalten ein Vertrauensschaden entstanden ist.
DELETIONS
### Fall: Trierer Weinversteigerung
_Nach Isay, Die Willenserklärung im Tatbestande des Rechtsgeschäfts, 1899._
**A. Sachverhalt**
Der Ahnungslos (A) besucht aus reiner Neugier eine Weinversteigerung. Als er den Bekannten (B) sieht, winkt er ihm zu. A erhält daraufhin den Zuschlag für eine Kiste Champagner für 1200 EUR.
**B. Frage**
Kann das Auktionshaus von A Zahlung des Kaufpreises verlangen?
**C. Lösungsskizze**
Zum Hauptproblem vgl. auch folgende [Struktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0&root=1006).
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und **wirksam** ist.

>>**1. Vertragsschluss**
>>Die Parteien könnten einen Vertrag durch Angebot und Annahme geschlossen haben. Dafür ist erforderlich, dass eine der Parteien ein Angebot abgegeben, die andere dieses innerhalb der Bindungsfrist angenommen hat und beide Erklärungen (Angebot und Annahme) inhaltlich übereinstimmen.

>>>**a. Angebot**
>>>Das Angebot liegt in Form des vom Auktionators ausgerufenen Preises vor.

>>>**b. Winken des A als Annahme?**
>>>Dadurch, das A in der Auktion gewunken hat könnte er ein (An)Gebot abgegeben haben, das durch den Auktionator mit Zuschlag angenommen werden könnte. Ein Angebot ist
>>>>* eine Willenserklärung,
>>>>* die vom Inhalt her ein Antrag (Angebot) im Sinne des [**§ 145 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html) darstellt,
>>>>* ordnungsgemäß abgegeben wurde,
>>>>* dem Adressaten - ohne zwischenzeitlich widerrufen worden zu sein - zugegangen ist.

>>>Es stellt sich hier die Frage, ob das Winken zum Bekannten als eine Erklärung in der Auktion gewertet werden kann. Es ist eine Willenserklärung, wenn durch das Winken sowohl der äußere wie auch der innere Tatbestand der Willenserklärung verwirklicht ist.

>>>>* äußerer Tatbestand - nach dem objektiven Empfängerhorizont
>>>>>* Verhalten auf Erklärung gerichtet? - ein Winken kann ein Zeichen für Vieles sein (+)
>>>>>* auf Rechtsfolge gerichtet? insbesondere in der Auktion von Bedeutung - hier objektiv (+)
>>>>>* Rechtsbindungswille? nach dem objektiven Empfängerhorizont ist das Winken in der Auktion erfolgt, in der Sachen verkauft werden (+) - also keine unverbindlichen Sachverhalte
>>>>Insgesamt: äußerer Tatbestand (+)
>>>>* innerer Tatbestand
>>>>>* Handlungswille? - das Winken erfolgte freiwillig, gewollt (+)
>>>>>* Erklärungsbewusstsein? - aber nicht in jedem Fall als Voraussetzung zu werten! - TB der Willenserklärung nur dann **<span style="text-decoration:underline;">nicht</span>** erfüllt, wenn
>>>>>>* Erklärungsbewusstsein fehlt
>>>>>>* und! dies nicht infolge Fahrlässigkeit verkannt wurde
>>>>>>Hier hätte A grundsätzlich erkennen können, dass er mit dem Winken eine rechtserhebliche Erklärung abgibt (auch wenn es etwas Fallfrage bleibt - je nach Ausgestaltung kann es durchaus anders sein, z. B. wenn A unverschuldet und unbewusst in eine Auktion geraten ist);
>>>>>>Also: Erklärungsbewusstsein (+) (weil fahrlässig verkannt)
>>>>>* keine Willensvorbehalte (+)
>>>**c. Zwischenergebnis**
>>>Zuschlag als Erklärung (+)

>>>**d. Annahmefähigkeit und Übereinstimmung**
>>>Zuschlag erfolgte in der Auktion, in der das Winken seine Folgen entfaltet. Übereinstimmung ist auch gegeben. (+)

>>**2. Inhalt**
>>Unproblematisch Kaufvertrag gegeben (+)

>>**3. Wirksamkeit**
>>Die einzige rechtliche Möglichkeit des A ist Anfechtung des zustande gekommenen Vertrages nach [**§ 119 Abs 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html). Diese könnte gem. [**§ 142 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__142.html) zur Folge haben, dass der Vertrag mit Wirkung _ex tunc_ als unwirksam anzusehen ist.
>>Da A über die Bedeutung seines Verhaltens im Irrtum war, kann Anfechtung erfolgen. Sofern A das Gestaltungsrecht nach [**§ 143 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__143.html) ausübt, ist der Vertrag unwirksam. Deshalb kann es auch keinen Anspruch auf Erfüllung des Vertrages geben.

>>A muss allerdings mit Schadensersatzforderungen nach [**§ 122 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__122.html) rechnen, sofern durch sein Verhalten ein Vertrauensschaden entstanden ist.
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CategoryWIPR1Faelle
Revision [71aa9a3]
Bearbeitet am 2015-11-15 10:59:20 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
Zum Hauptproblem vgl. auch folgende [Struktur](http://kt-texte.de/taris/?path=0&root=1006).
DELETIONS
Zum Hauptproblem vgl. auch folgende [Struktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0&root=1006).
Revision [f772eb5]
Bearbeitet am 2012-05-21 00:56:45 von ChristianeUri
ADDITIONS
CategoryWIPR1Faelle
DELETIONS
CategoryFallsammlungWIPR
Revision [99fc313]
Bearbeitet am 2011-10-20 10:34:23 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
Zum Hauptproblem vgl. auch folgende [Struktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0&root=1006).
DELETIONS
Vgl. auch folgende [Struktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0&root=1223).
Revision [aec48bb]
Bearbeitet am 2011-10-18 13:17:58 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und **wirksam** ist.

>>**1. Vertragsschluss**
>>Die Parteien könnten einen Vertrag durch Angebot und Annahme geschlossen haben. Dafür ist erforderlich, dass eine der Parteien ein Angebot abgegeben, die andere dieses innerhalb der Bindungsfrist angenommen hat und beide Erklärungen (Angebot und Annahme) inhaltlich übereinstimmen.

>>>**a. Angebot**
>>>Das Angebot liegt in Form des vom Auktionators ausgerufenen Preises vor.

>>>**b. Winken des A als Annahme?**
>>>Dadurch, das A in der Auktion gewunken hat könnte er ein (An)Gebot abgegeben haben, das durch den Auktionator mit Zuschlag angenommen werden könnte. Ein Angebot ist
>>>>* eine Willenserklärung,
>>>>* die vom Inhalt her ein Antrag (Angebot) im Sinne des [**§ 145 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html) darstellt,
>>>>* ordnungsgemäß abgegeben wurde,
>>>>* dem Adressaten - ohne zwischenzeitlich widerrufen worden zu sein - zugegangen ist.

>>>Es stellt sich hier die Frage, ob das Winken zum Bekannten als eine Erklärung in der Auktion gewertet werden kann. Es ist eine Willenserklärung, wenn durch das Winken sowohl der äußere wie auch der innere Tatbestand der Willenserklärung verwirklicht ist.

>>>>* äußerer Tatbestand - nach dem objektiven Empfängerhorizont
>>>>>* Verhalten auf Erklärung gerichtet? - ein Winken kann ein Zeichen für Vieles sein (+)
>>>>>* auf Rechtsfolge gerichtet? insbesondere in der Auktion von Bedeutung - hier objektiv (+)
>>>>>* Rechtsbindungswille? nach dem objektiven Empfängerhorizont ist das Winken in der Auktion erfolgt, in der Sachen verkauft werden (+) - also keine unverbindlichen Sachverhalte
>>>>Insgesamt: äußerer Tatbestand (+)
>>>>* innerer Tatbestand
>>>>>* Handlungswille? - das Winken erfolgte freiwillig, gewollt (+)
>>>>>* Erklärungsbewusstsein? - aber nicht in jedem Fall als Voraussetzung zu werten! - TB der Willenserklärung nur dann **<span style="text-decoration:underline;">nicht</span>** erfüllt, wenn
>>>>>>* Erklärungsbewusstsein fehlt
>>>>>>* und! dies nicht infolge Fahrlässigkeit verkannt wurde
>>>>>>Hier hätte A grundsätzlich erkennen können, dass er mit dem Winken eine rechtserhebliche Erklärung abgibt (auch wenn es etwas Fallfrage bleibt - je nach Ausgestaltung kann es durchaus anders sein, z. B. wenn A unverschuldet und unbewusst in eine Auktion geraten ist);
>>>>>>Also: Erklärungsbewusstsein (+) (weil fahrlässig verkannt)
>>>>>* keine Willensvorbehalte (+)
>>>**c. Zwischenergebnis**
>>>Zuschlag als Erklärung (+)

>>>**d. Annahmefähigkeit und Übereinstimmung**
>>>Zuschlag erfolgte in der Auktion, in der das Winken seine Folgen entfaltet. Übereinstimmung ist auch gegeben. (+)

>>**2. Inhalt**
>>Unproblematisch Kaufvertrag gegeben (+)

>>**3. Wirksamkeit**
>>Die einzige rechtliche Möglichkeit des A ist Anfechtung des zustande gekommenen Vertrages nach [**§ 119 Abs 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html). Diese könnte gem. [**§ 142 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__142.html) zur Folge haben, dass der Vertrag mit Wirkung _ex tunc_ als unwirksam anzusehen ist.
>>Da A über die Bedeutung seines Verhaltens im Irrtum war, kann Anfechtung erfolgen. Sofern A das Gestaltungsrecht nach [**§ 143 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__143.html) ausübt, ist der Vertrag unwirksam. Deshalb kann es auch keinen Anspruch auf Erfüllung des Vertrages geben.

>>A muss allerdings mit Schadensersatzforderungen nach [**§ 122 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__122.html) rechnen, sofern durch sein Verhalten ein Vertrauensschaden entstanden ist.
DELETIONS
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und dieser **Vertrag wirksam** ist.
**1. Vertragsschluss**
Die Parteien könnten einen Vertrag durch Angebot und Annahme geschlossen haben. Dafür ist erforderlich, dass eine der Parteien ein Angebot abgegeben, die andere dieses innerhalb der Bindungsfrist angenommen hat und beide Erklärungen (Angebot und Annahme) inhaltlich übereinstimmen.
**a. Winken des A als Angebot?**
Dadurch, das A in der Auktion gewunken hat könnte er ein (An)Gebot abgegeben haben, das durch den Auktionator mit Zuschlag angenommen werden könnte. Ein Angebot ist
* eine Willenserklärung,
* die vom Inhalt her ein Antrag (Angebot) im Sinne des [**§ 145 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html) darstellt,
* ordnungsgemäß abgegeben wurde,
* dem Adressaten - ohne zwischenzeitlich widerrufen worden zu sein - zugegangen ist.
Es stellt sich hier die Frage, ob das Winken zum Bekannten als eine Erklärung in der Auktion gewertet werden kann. Es ist eine Willenserklärung, wenn durch das Winken sowohl der äußere wie auch der innere Tatbestand der Willenserklärung verwirklicht ist.
* äußerer Tatbestand - nach dem objektiven Empfängerhorizont
>>* Verhalten auf Erklärung gerichtet? - ein Winken kann ein Zeichen für Vieles sein (+)
>>* auf Rechtsfolge gerichtet? insbesondere in der Auktion von Bedeutung - hier objektiv (+)
>>* Rechtsbindungswille? nach dem objektiven Empfängerhorizont ist das Winken in der Auktion erfolgt, in der Sachen verkauft werden (+) - also keine unverbindlichen Sachverhalte
Insgesamt: äußerer Tatbestand (+)
* innerer Tatbestand
>>* Handlungswille? - das Winken erfolgte freiwillig, gewollt (+)
>>* Erklärungsbewusstsein? - aber nicht in jedem Fall als Voraussetzung zu werten! - TB der Willenserklärung nur dann **<span style="text-decoration:underline;">nicht</span>** erfüllt, wenn
>>>* Erklärungsbewusstsein fehlt
>>>* und! dies nicht infolge Fahrlässigkeit verkannt wurde
>>>Hier hätte A grundsätzlich erkennen können, dass er mit dem Winken eine rechtserhebliche Erklärung abgibt (auch wenn es etwas Fallfrage bleibt - je nach Ausgestaltung kann es durchaus anders sein, z. B. wenn A unverschuldet und unbewusst in eine Auktion geraten ist);
>>>Also: Erklärungsbewusstsein (+) (weil fahrlässig verkannt)
>>* keine Willensvorbehalte (+)
**b. Zuschlag als Erklärung**
(+)
**c. Annahmefähigkeit und Übereinstimmung**
Zuschlag erfolgte in der Auktion, in der das Winken seine Folgen entfaltet. Übereinstimmung ist auch gegeben. (+)
**2. Inhalt**
Unproblematisch Kaufvertrag gegeben (+)
**3. Wirksamkeit**
Die einzige rechtliche Möglichkeit des A ist Anfechtung des zustande gekommenen Vertrages nach [**§ 119 Abs 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html). Diese könnte gem. [**§ 142 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__142.html) zur Folge haben, dass der Vertrag mit Wirkung _ex tunc_ als unwirksam anzusehen ist.
Da A über die Bedeutung seines Verhaltens im Irrtum war, kann Anfechtung erfolgen. Sofern A das Gestaltungsrecht nach [**§ 143 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__143.html) ausübt, ist der Vertrag unwirksam.
A muss allerdings mit Schadensersatzforderungen nach [**§ 122 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__122.html) rechnen, sofern durch sein Verhalten ein Vertrauensschaden entstanden ist.
Revision [de52de0]
Bearbeitet am 2010-10-05 12:04:57 von AnnegretMordhorst
ADDITIONS
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und dieser **Vertrag wirksam** ist.
DELETIONS
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und dieser **Vertrag wirksam** ist.
Revision [199ff31]
Bearbeitet am 2009-09-21 11:45:10 von WojciechLisiewicz
ADDITIONS
_Nach Isay, Die Willenserklärung im Tatbestande des Rechtsgeschäfts, 1899._
Der Ahnungslos (A) besucht aus reiner Neugier eine Weinversteigerung. Als er den Bekannten (B) sieht, winkt er ihm zu. A erhält daraufhin den Zuschlag für eine Kiste Champagner für 1200 EUR.
DELETIONS
_In Anlehnung an Isay, Die Willenserklärung im Tatbestande des Rechtsgeschäfts, 1899._
Der A(hnungslose) besucht aus reiner Neugier eine Weinversteigerung. Als er den B(ekannten) sieht, winkt er ihm zu. A erhält daraufhin den Zuschlag für eine Kiste Champagner für 1200 EUR.
Revision [727457c]
Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde von WojciechLisiewicz am 2009-09-14 19:44:12 erstellt
ADDITIONS
### Fall: Trierer Weinversteigerung
_In Anlehnung an Isay, Die Willenserklärung im Tatbestande des Rechtsgeschäfts, 1899._
**A. Sachverhalt**
Der A(hnungslose) besucht aus reiner Neugier eine Weinversteigerung. Als er den B(ekannten) sieht, winkt er ihm zu. A erhält daraufhin den Zuschlag für eine Kiste Champagner für 1200 EUR.
**B. Frage**
Kann das Auktionshaus von A Zahlung des Kaufpreises verlangen?
**C. Lösungsskizze**
Vgl. auch folgende [Struktur](http://80.237.160.189/taris/?path=0&root=1223).
Das Auktionshaus hat gegen A einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises gem. [**§ 433 Abs. 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__433.html), wenn zwischen A und dem Auktionshaus ein Kaufvertrag besteht. Ein Kaufvertrag liegt vor, wenn die Parteien einen **Vertrag abgeschlossen** haben, dieser Vertrag **inhaltlich einen Kaufvertrag** darstellt und dieser **Vertrag wirksam** ist.
**1. Vertragsschluss**
Die Parteien könnten einen Vertrag durch Angebot und Annahme geschlossen haben. Dafür ist erforderlich, dass eine der Parteien ein Angebot abgegeben, die andere dieses innerhalb der Bindungsfrist angenommen hat und beide Erklärungen (Angebot und Annahme) inhaltlich übereinstimmen.
**a. Winken des A als Angebot?**
Dadurch, das A in der Auktion gewunken hat könnte er ein (An)Gebot abgegeben haben, das durch den Auktionator mit Zuschlag angenommen werden könnte. Ein Angebot ist
* eine Willenserklärung,
* die vom Inhalt her ein Antrag (Angebot) im Sinne des [**§ 145 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__145.html) darstellt,
* ordnungsgemäß abgegeben wurde,
* dem Adressaten - ohne zwischenzeitlich widerrufen worden zu sein - zugegangen ist.
Es stellt sich hier die Frage, ob das Winken zum Bekannten als eine Erklärung in der Auktion gewertet werden kann. Es ist eine Willenserklärung, wenn durch das Winken sowohl der äußere wie auch der innere Tatbestand der Willenserklärung verwirklicht ist.
* äußerer Tatbestand - nach dem objektiven Empfängerhorizont
>>* Verhalten auf Erklärung gerichtet? - ein Winken kann ein Zeichen für Vieles sein (+)
>>* auf Rechtsfolge gerichtet? insbesondere in der Auktion von Bedeutung - hier objektiv (+)
>>* Rechtsbindungswille? nach dem objektiven Empfängerhorizont ist das Winken in der Auktion erfolgt, in der Sachen verkauft werden (+) - also keine unverbindlichen Sachverhalte
Insgesamt: äußerer Tatbestand (+)
* innerer Tatbestand
>>* Handlungswille? - das Winken erfolgte freiwillig, gewollt (+)
>>* Erklärungsbewusstsein? - aber nicht in jedem Fall als Voraussetzung zu werten! - TB der Willenserklärung nur dann **<span style="text-decoration:underline;">nicht</span>** erfüllt, wenn
>>>* Erklärungsbewusstsein fehlt
>>>* und! dies nicht infolge Fahrlässigkeit verkannt wurde
>>>Hier hätte A grundsätzlich erkennen können, dass er mit dem Winken eine rechtserhebliche Erklärung abgibt (auch wenn es etwas Fallfrage bleibt - je nach Ausgestaltung kann es durchaus anders sein, z. B. wenn A unverschuldet und unbewusst in eine Auktion geraten ist);
>>>Also: Erklärungsbewusstsein (+) (weil fahrlässig verkannt)
>>* keine Willensvorbehalte (+)
**b. Zuschlag als Erklärung**
(+)
**c. Annahmefähigkeit und Übereinstimmung**
Zuschlag erfolgte in der Auktion, in der das Winken seine Folgen entfaltet. Übereinstimmung ist auch gegeben. (+)
**2. Inhalt**
Unproblematisch Kaufvertrag gegeben (+)
**3. Wirksamkeit**
Die einzige rechtliche Möglichkeit des A ist Anfechtung des zustande gekommenen Vertrages nach [**§ 119 Abs 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__119.html). Diese könnte gem. [**§ 142 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__142.html) zur Folge haben, dass der Vertrag mit Wirkung _ex tunc_ als unwirksam anzusehen ist.
Da A über die Bedeutung seines Verhaltens im Irrtum war, kann Anfechtung erfolgen. Sofern A das Gestaltungsrecht nach [**§ 143 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__143.html) ausübt, ist der Vertrag unwirksam.
A muss allerdings mit Schadensersatzforderungen nach [**§ 122 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__122.html) rechnen, sofern durch sein Verhalten ein Vertrauensschaden entstanden ist.
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