####  Lösungsvorschlag Fall 10 – Ein Häuschen steht im Walde 


#####  1. Lösungsskizze 

[Die Lösungsskizze zum Download als PDF gibt es hier!](/files/FallloesungEinHaeuschenStehtImWalde/Fall10EinHaeuschenStehtImWalde.pdf) 


##### 2. Formulierungsvorschlag 


B könnte gegen D einen Anspruch auf Aufwendungsersatz gem. §§ 634 Nr. 2, 633, 637 BGB haben.

I. Dann müsste der Anspruch zunächst entstanden sein.


>>1. B und D haben einen Vertrag über das Dachdecken des Holzhäuschens von B geschlossen. Dies stellt einen Werkvertrag gem. [**§ 631 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__631.html) dar. Die Abnahme des Werkes ist bereits erfolgt, [**§ 640 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__640.html).
 
>>2. Weiterhin müsste das Dach eine Sachmangel aufweisen gem. [**§ 633 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__633.html).


>>>a. Die Parteien haben keine Vereinbarung bezüglich einer bestimmten Beschaffenheit des Werks getroffen. Insofern scheidet ein Mangel nach § 633 II 1 BGB aus.


>>>b. Die Parteien haben im Vertrag auch keine bestimmte Verwendung des Werks vorausgesetzt, für die sich das Werk nicht eignet. Ein Mangel gem. § 633 II 2 Nr. 1 BGB liegt somit ebenfalls nicht vor.
 
>>>c. Das Dach könnte jedoch mangelhaft i.S.d. § 633 II 2 Nr. 2 BGB sein. Dann dürfte es sich nicht für die gewöhnliche Verwendung eignen oder nicht die übliche Beschaffenheit aufweisen, die der Besteller erwarten darf. 
>>>Das fehlerhaft gedeckte Dach hält Unwetter nicht stand und lässt Wasser an einigen Stellen hindurch. Demnach weist es nicht die übliche Beschaffenheit auf, die B erwarten darf.


>>>d. Mithin liegt ein Sachmangel vor.
 

>>3. Ein Ausschluss der Gewährleistung ist nicht ersichtlich.


>>4. Zudem müsste B dem D eine angemessene Frist zur Nacherfüllung bestimmt haben und die Frist müsste erfolglos abgelaufen sein,  [**§ 637 I 1 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__637.html).
 
>>B hat D eine angemessene Frist von zwei Wochen zur Nacherfüllung gesetzt. D hat jedoch innerhalb dieser Frist nicht nacherfüllt. Er hat die Frist verstreichen lassen. Demnach ist diese Voraussetzung erfüllt.


>>5. Weiterhin hat B das Dach nach Ablauf der Frist selbst repariert und für diese Mangelbeseitigung erforderliche Aufwendungen gemacht.


>>6. Der Unternehmer D hat kein Verweigerungsrecht bezüglich der Nacherfüllung.


>>7. Folglich ist der Anspruch entstanden.

II. Der Anspruch ist nicht untergegangen.

III. Er ist auch durchsetzbar.

IV. B hat gegen D einen Anspruch auf Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Mangelbeseitigung gem. §§ 634 Nr. 2, 633, 637 BGB.


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