### Kommunale Kapitalgesellschaften

##### Betätigung deutscher und polnischer Kommunen in Form einer Kapitalgesellschaft

In beiden Ländern hat der Gesetzgeber für die kommunale Betätigung vor allem die Kapitalgesellschaften zur Verfügung gestellt. Dies bezieht sich vor allem auf die **wirtschaftliche Betätigung** von Gemeinden, s. Art. 91 BbgKVerf und {{pu przepis="Art. 9 UGospKomunal"}}.

Die wirtschaftliche Betätigung (Begriff in Art. 91 Abs. 1 BbgKVerf erläutert) von Gemeinden darf nur der Erledigung von Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft dienen und nur unter den in Art. 91 Abs. 2 BbgKVerf genannten Voraussetzungen erfolgen. Von den privaten Rechtsformen stehen den Gemeinden grundsätzlich nur [GmbH](KommunaleGmbH) und [AG](KommunaleAG) zur Verfügung (Art. 96 BbgKVerf). Dabei ist die GmbH eine Gesellschaftsform der Wahl - meist wird die komplexere Form der Aktiengesellschaft als subsidiär nur eingeschränkt zugelassen (so z. B. gem. § 96 IV BbgKVerf).

Dies verwundert nicht, denn die Kommunalverfassungen verlangen bei privaten Rechtsformen stets einen angemessenen Einfluss auf die Organe der jeweiligen Gesellschaft, damit das Unternehmen den öffentlichen Zweck verfolgt und Aufgaben der Gemeinde wirksam verfolgt (vgl. § 96 II Nr. 1. und 2. BbgKVerf). Dieser Einfluss ist im Falle einer Aktiengesellschaft nur eingeschränkt möglich - der Vorstand genießt hinsichtlich der Sachentscheidungen in der Gesellschaft eine weitgehende Autonomie, die aus dem Handeln in eigener Verantwortung folgt ([**§ 76 AktG**](http://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__76.html)) sowie aus dem Ausschluss des Aufsichtsrates von der Geschäftsführung ([**§ 111 Abs. 1 AktG**](http://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__111.html) - lediglich Überwachung des Vorstands).

In Polen dagegen darf sich die Gemeinde sowohl zur Wahrnehmung von Aufgaben, die im Allgemeininteresse liegen, als auch außer diesem Bereich der Kapitalgesellschaft bedienen ({{pu przepis="Art. 9 UGospKomunal"}} und {{pu przepis="Art. 10 UGospKomunal"}}).
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